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Souveränität wurde lange als "Unwort" verstanden, das man durch Nichtbeachtung strafte. Erst allmählich gerät dieses Thema wieder ins Blickfeld der Rechts- und Sozialwissenschaften. Vor der deutschen Wiedervereinigung täuschte man sich gern über den Status eines teilsouveränen Staates hinweg. Die Europaeuphorie ließ viele Deutsche glauben, dass an die Stelle des souveränen Nationalstaates ein "kosmopolitisches Europa" treten könnte.
In drei Teilen analysieren HistorikerInnen, Rechts- und PolitikwissenschaftlerInnen die unterschiedlichen Aspekte, Ebenen und Perspektiven von Souveränität. Dabei gehen sie drei Themenkomplexen nach: Souveränität im historischen Kontext – Souveränität und Ausnahmezustand – Souveränität in der Kritik.
Die Antworten auf die spannenden Fragen der Souveränitätsdiskussion werden dabei unterschiedlich beantwortet. Dies soll der Ausgangspunkt für eine Diskussion sein, die gerade im Zeichen der permanenten Systemkrise dringlicher ist denn je.
Pressestimmen
"Das wieder an Aktualität gewinnende Thema Souveränität wird in diesem Sammelband vielschichtig und differenziert analysiert. Im Hintergrund steht die Beobachtung, dass die souveränen Nationalstaaten derzeit an Bedeutung verlieren – nach innen angesichts von Pluralismus und Individualismus, nach außen angesichts von Globalisierung, europäischer Integration und zerbrechenden Staaten. Damit einher gehen allerdings, wie die Herausgeber in ihrem sehr instruktiven Vorwort beschreiben, die Gefahren der Entdemokratisierung, der Ethnisierung bzw. Essentialisierung und der Delegitimierung von Politik."
Portal für Politikwissenschaft (pw-portal.de)
"Gerade, wer Souveränität schon für etwas Vorgestriges hielt, entdeckt sie als Garanten der Freiheit wieder."
Das Historisch-Politische Buch
"... findet in dem vorliegenden Band eine gute Einführung in ideengeschichtliche und aktuelle Fragestellungen des Souveränitätsproblems und zudem ein kritisches Reservoire an Gründen, warum der Begriff der Souveränität auch unter den Normalbedingungen des 21. Jahrhunderts noch nichts von seiner politischen Sprengkraft eingebüßt hat."
Jahrbuch "Politisches Denken"
Inhaltsverzeichnis
Samuel Salzborn/Rüdiger Voigt
Souveränität: Theoretische und ideengeschichtliche Reflexionen
Klaus Roth
Die Wende zum Staat -- Von Gregor VII. bis Hobbes
Claudia Opitz-Belakhal
Ambivalenzen und Widersprüche
Jean Bodins Souveränitätskonzept im historischen Kontext
Samuel Salzborn
Souveränität ohne Moral?
Machiavelli, Hobbes und die globale Ordnung zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Matthias Lemke
Das Alter Ego der Souveränität
Zur Begründung von Normsuspendierungen im Ausnahmezustand
Ulrich Thiele
Souveränität und Revolution
Legitimationsmodelle des Staatsformenwechsels
Rüdiger Voigt
Souveränität und Krieg
Alle Staaten sind gleich, aber manche sind gleicher
Walter Pauly/Gunter Heiß
Kritische Skizze zu Staat, Verfassung und Souveränität
Gerhard Scheit
Mohammed und Leviathan
Der Beitrag des Islam zur Dekonstruktion der Souveränität
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