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In der sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung wird national wie international das Fehlen einer Studie beklagt, die theoretische und empirische Erkenntnisse miteinander verbindet. Die theoretischen Arbeiten nutzen empirische Studien oft allenfalls selektiv zur Stützung ihrer Hypothesen. Empirische Studien wiederum verzichten meist völlig auf theoretische Erkenntnisse. Samuel Salzborn liefert nun eine empirisch grundierte Theorie über die individuellen wie kollektiven Entstehungsursachen des Antisemitismus, seine argumentativen Strukturen sowie die sozialen Kontext- und Entwicklungsbedingungen. Dazu untersucht er politikwissenschaftliche, soziologische und psychologische Arbeiten über Antisemitismus und überprüft diese anhand empirischer Analysen. Er schließt damit eine wesentliche Lücke der sozialwissenschaftlichen Antisemitismusforschung.
Pressestimmen
"(Die Studie) zeichnet sich durch einen erkenntnisfördernden Ansatz aus, will der Autor doch Theorien über den Antisemitismus empirisch überprüfen. Dazu präsentiert er die einzelnen Ansätze komprimiert und systematisch. Er macht auch zutreffend die unterschiedlichen Ebenen der Argumentation deutlich und fragt nach der möglichen Kompatibilität nur scheinbar gegensätzlicher Erklärungsansätze. Hierdurch weist die Studie auf Lücken in der bisherigen Forschung hin und plädiert für eine Erweiterung von deren Perspektiven."
Mitteilungen des Dokumentationarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW)
"Salzborns Studie ist [..] allen zu empfehlen, die sich mit Antisemitismustheorien auseinandersetzen wollen, nicht nur im akademischen Bereich."
die tageszeitung (taz)
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1. Einleitung
1.1. Forschungsstand und Forschungsperspektiven
1.2. Aufbau der Arbeit
2. Sozialwissenschaftliche Theorien über Antisemitismus
2.1. Sigmund Freud: "Der Mann Moses und die monotheistische Religion"
2.2. Talcott Parsons: "The Sociology of Modern Anti-Semitism"
2.3. Jean-Paul Sartre: "Portrait de l'antisémite"
2.4. Ernst Simmel: "Anti-Semitism and Mass Psychopathology"
2.5. Max Horkheimer/Theodor W. Adorno: "Dialektik der Aufklärung"
2.6. Hannah Arendt: "Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft"
2.7. Béla Grunberger: "Der Antisemit und der Ödipuskomplex"
2.8. Shulamit Volkov: "Antisemitism as a Cultural Code"
2.9. Moishe Postone: "Die Logik des Antisemitismus"
2.10. Zygmunt Bauman: "Modernity and the Holocaust"
2.11. Klaus Holz: "Nationaler Antisemitismus"
3. Empirische Prüfung der theoretischen Annahmen
3.1. Methodologie und methodische Grundlagen
3.1.1. Genese und Empirie des sekundären Antisemitismus
3.1.2. Zum Design der empirischen Studie
3.2. Auswertung
3.2.1. Qualitative Auswertung der einzelnen Interviews
3.2.2. Systematische Auswertung aller Interviews
4. Zur Theorie des modernen Antisemitismus
Literatur
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